Bayerisches Volkstheater in Würding

- Die Fortsetzung einer Tradition -

Mit der Gründung im Jahr 1997 durch die Katholische Landjugendbewegung Würding kann unsere Volksthe- atergruppe bereits auf eine mehr als 10-jährige Geschichte zurückblicken und mit großer Freude stellen wir fest, dass unsere  (fast) alljährlichen Aufführungen, die jeweils eine Woche nach Ostern ihre Premiere feiern, sich zu einem jährlichen "Programmpunkt", ja schon fast zu einer Institution im Jahresverlauf unseres Ortes entwickelt haben. Auch sind wir mitlerweile weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Was einige jeoch oftmals nicht wissen, ist, dass wir mit unserem Tun eine alte Tradition in Würding wieder belebt haben.

So gingen bereits in den schwierigen Jahren nach dem Ende des zweiten Weltkrieges einige Frauen und Männer daran, in Würding ein bayerisches Volksschauspiel zu etablieren. Die Spielstätte des Würdinger Theatervereins war der Festsaal des Gasthauses zur Post. Über ein Jahrzehnt wurden unter der Spielleitung von Josef Glasl viele abendfüllende Volkstheaterstücke - sogar eine Oprette gehörte zum damaligen Repertoire - und zu den unter- schiedlichsten Anlässen diverse Einakter zur Aufführung gebracht.
Die Liste jener Würdinger, die all die Jahre hindurch als Schauspielerinnen und Schauspieler ihr Publikum zum Lachen und zum Weinen brachten und durch ihr Spiel die Sorgen und Nöte der Nachkriegszeit für wenige Stunden vergessen machten, ist lang. Viele von ihnen sind leider nicht mehr unter uns - aber manche ehemalige Mitwirkende gehören heute zu unseren treusten Theaterbesuchern und stehen uns mit Rat und Tat zur Seite. Sie alle sind und bleiben unvergessen. 

Mit dem Umbau des Festsaales des Gasthauses zur Post zu Fremdenzimmern im Jahr 1963 verlor der Würdinger The- aterverein seine Spielstätte und somit die wichtigste Grundlage für sein Schaffen. In diesem Jahr wurden die Aktivitäten schließlich eingestellt und der Verein aufgelöst.

Im Jahr 1997, nach dem Bau des Würdinger Bürgerhauses mit dessen hervorragender Theaterbühne, griff die damalige Katholische Landjugendbewegung Würding unter der Leitung von Gerold Mück die Tradition des bayerischen Volksschauspiels wieder auf. Die alten Kulissen wurden wieder entdeckt und mit Hilfe von Günther Brödner restauriert. Und so wurde nach 34 Jahren mit dem Stück "Seine Majestät der Kurgast" von Peter Jehl das wieder zum Leben erweckt, was 1963 so jäh und abrupt zu Ende gegangen war. Seither bringen junge Menschen aus Würding und Umgebung mit viel Enthusiasmus und Engagement (fast) jedes Jahr ein großes, abendfüllendes Volkstheaterstück zur Aufführung. 

Im Jahr 2007 schied schließlich unser langjähriger Spielleiter und Regisseur Gerold Mück aus seinem Amt aus. Die Aufgaben wurden auf drei "alte Hasen" aufgeteilt. Die neue Vorstandschaft setzte sich von nun an aus Regisseur Stephan Eisenreich, Intendant Bernd Mück und Schatzmeisterin Elisabeth Dobler zusammen. Nach der Spielzeit 2011 gab Bernd Mück sein Amt als Intendant auf und bahnte den Weg einer "Neuen": Mit Magdalena Fuchs hat sich eine junge, talentierte und vor allem engagierte Chefin gefunden, die sich fortan um die Belange der Volkstheatergruppe Würding am Inn kümmern wird. 2016 gab Stephan Eisenreich die Regie an den langjährigen Schauspieler Tobias Kurz ab. Johanna Freudenstein wurde 2017 zur 2. Intendantin ernannt.

Uns ist es auch weiterhin ein großes Anliegen, der einheimischen Bevölkerung und unseren Gästen klassisches bayerisches Volkstheater auf hohem Niveau zu präsentieren und noch vielen jungen Menschen aus Würding und Umgebung die Möglichkeit zu geben, Bühnenluft zu schnuppern, damit das, was vor über 60 Jahren begann, heute und in Zukunft weiterleben kann und weiterwächst und immer wieder zu neuer und noch schönerer Blüte gelangt. Und vielleicht ist es auch uns, den heutigen Schauspielerinnen und Schauspielern und allen Mitwirkenden vergönnt, zukünftigen Generationen unvergessen zu bleiben, so wie es unsere Vorgänger im ehemaligen Würdinger Theaterverein sind.